Auf Borkum gibt es keine Haie

Borkum – Bereits seit einer Woche versehen vier Rettungsschwimmer aus Südafrika mit der DLRG den Wachdienst am Nord- und am Südbad. Am vergangenen Donnerstag hat der Bürgermeister Georg Lübben die zwei jungen Damen, Sadie Niekerk und Courtney Peacock, sowie die Herren Laurence Gin und Luvuyo Nonzinyana, im Rathaus offiziell begrüßt. Die vier südafrikanischen Rettungsschwimmer sind im Rahmen eines Austauschprojektes Gäste des Landesverbandes Niedersachsen der
Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Sie unterstützen die
ehrenamtlichen Lebensretter der DLRG zwei Wochen lang beim Wachdienst an Borkums Stränden.

Hans-Jürgen Müller, Präsident des DLRG Landesverbandes Niedersachsen, freut sich über die tatkräftige Hilfe aus der Region Eastern Cape: „Besonders in der Vorsaison, wenn in den Bundesländern noch keine Schulferien sind, ist es schwierig, die Wachstationen zu besetzen. Es wäre schön, wenn wir das Projekt Eastern Cape mit dem Land Niedersachsen und dem LandesSportBund (LSB) in den kommenden Jahren ausweiten können und uns künftig Kameraden aus Südafrika mit qualifizierten Kräften zur Seite stehen. Wir können voneinander profitieren.“ Borkums Bürgermeister weiß die Arbeit der DLRG und ihrer Gäste vom südlichen Kontinent zu schätzen: „Für eine Insel wie Borkum ist es wichtig, dass die Urlauber und Touristen sich an den Stränden und im Wasser sicher fühlen können. Dafür sorgt die DLRG schon seit Jahren zuverlässig.“

Für die zwei jungen Frauen und die zwei jungen Männer aus Südafrika ist der
Dienst an Borkums Stränden eine große Umstellung: Hier gibt es weder Haie oder giftige Quallen noch sind sieben Meter hohe Wellen die Regel. Auch das Wetter an der rauen Nordsee ist für die südafrikanischen Rettungsschwimmer ungewohnt. „Hier ist es im Sommer wie bei uns im Winter“, erklärten sie schmunzelnd. Auch an das nur 15 Grad kalte Nordseewasser mussten sie sich erst gewöhnen.
Im Gegensatz zu Borkum werden die Strände in Südafrika alle von hauptberuflichen Rettungsschwimmern mit Kameras überwacht. „Diese verdienen dort allerdings nur so viel wie unsere ehrenamtlichen Rettungsschwimmer am Aufwandsentschädigung erhalten“, erklärte Müller.
Nächste Woche werden die Südafrikanischen Rettungsschwimmer nach Cuxhaven fahren, um dort noch eine weitere Woche gemeinsam mit der DLRG den Rettungsdienst zu versehen. „So lernen sie auch die Bedingungen an der Küste kennen“, sagte Müller.

Nach ihren Wacheinsätzen nehmen die Rettungsschwimmer Ende Juni zusammen mit den Rettungssportlern des Landesverbandes Niedersachsen an einem Wochenendlehrgang auf Norderney teil, um dann nach einem Tag in Bad Nenndorf und Hannover mit Besuch des LSB wieder den Rückflug anzutreten.

Dieses Projekt findet im Rahmen der Partnerschaft des Landes  Niedersachsen mit der Region Eastern Cape statt. Die Partnerschaft besteht seit dem Jahr 1995. Seit dem Jahr 2006 gibt es eine eigene Kooperationsvereinbarung für den Sport, die zwischen dem LandesSportBund Niedersachsen als Koordinator und dem dortigen Sportministerium, dem Department of Sport, Recreation, Arts and Culture, geschlossen wurde. Das DLRG-Projekt ist eines von zehn Projekten, die im Rahmen der Landespartnerschaft mit dem Eastern Cape in 2012 stattfinden. Diese erste Umsetzung des Projektes dient als Maßstab für den eventuellen Ausbau
und die Fortführung der Partnerschaft. In den folgenden Jahren könnte die
Teilnehmerzahl erhöht und der ZWRD-K besonders in der Vorsaison  unterstützt werden (Wintersaison in Südafrika). Die Gäste werden in die laufenden Aufgaben während des Wachdienstes voll einbezogen. Im Gegenzug werden Rettungsschwimmer aus Niedersachsen kommenden Winter in Südafrika Wasserrettungsdienst versehen.

Am 21. Juni wird es einen Pressetermin mit den vier Rettungsschwimmern sowie Vertretern der DLRG in Cuxhaven geben. Die Presse hat um 10:00 Uhr auf der Rettungsstation in der Grimmershörnbucht in Cuxhaven die Gelegenheit die englischsprachigen Gäste zu treffen.

Text: Mit freundlicher Genehmigung der Borkumer Zeitung.
Foto: DLRG Borkum