Verfrorenes Badevergnügen: 69 Borkumer und Gäste stürzen sich in die Nordsee

Borkum – Wie es war im Wasser? Da braucht der Borkumer DLRG-Vorsitzende Rudi Erdwiens nicht lange zu überlegen. „Kalt“, sagt er und lacht, während sein nasses Badekostüm klamm an ihm herunterhängt. 69 Borkumer und Badegäste haben sich am Sonnabend um 15 Uhr trotz dichter Wolken und Sturm in die neun Grad kalte Nordsee gestürzt. Darunter auch der stellvertretende Bürgermeister, Markus Stanggassinger. Stilecht bekleidet mit Frack und Zylinder ging er gemeinsam mit Hieke Wegmann (Foto), die ein blaues Abendkleid trug, ins Wasser. Stilecht stürzte sich auch ein Wikinger in die Fluten, aber auch Kostüme wie sie früher zum Baden getragen wurden, waren bei dem verfrorenen Badevergnügen zu sehen. Die Verkleidungen beim Anschwimmen, das die DLRG seit 2004 ausrichtet, haben auf Borkum fast schon Tradition. Auch Elvis und Neptun, der Meeresgott, haben sich bei der Veranstaltung  bereits die Ehre gegeben. Aber es war auch weitere Prominenz vor Ort: So stürzte sich auch Susanne Kaminski ins Wasser, die im vergangenen Jahr bei der Bürgermeisterwahl auf Borkum angetreten war.   Der NDR war mit einem Kamerateam vor Ort und filmte die wagemutigen Schwimmer. Bereits am Sonnabendabend wurde der Bericht ausgestrahlt. Britta Erdwiens von der DLRG moderierte die Veranstaltung und gab den zahlreichen Zuschauern Informationen, unter anderen über die Borkumer Seenotretter, die mit der „Alfried Krupp“ vor dem vorbeifuhren. Bis 11 Uhr vormittags hatte es in Strömen geregnet. Dann hatte Petrus offenbar ein Einsehen. Doch obwohl der Regen aufhörte, zogen dichte Wolkendecken über den Strand, und der Wind fegte mit Windstärke von bis zu 8 Beaufort über die tapferen Teilnehmer des Anschwimmens. Einige zitterten in ihren Badesachen bereits bevor es ins Wasser ging. Dann gab Britta Erdwiens das Kommando und die 69 Schwimmer stürzten sich gemeinsam in die Fluten. Im vergangenen Jahr konnte die DLRG Borkum sogar rund 180 Teilnehmer   begrüßen. Kein Wunder: 2011 war das Wetter deutlich besser und die Sonne lachte auf die Schwimmer herab. Nach dem kühlen Bad konnten die Teilnehmer ihren Kopf alle noch einmal durch einen Bilderrahmen stecken: „Anbaden Borkum  2012 – Ich war drin“, stand darauf. DLRG-Chef Rudi Erdwiens zeigte sich  trotz des schlechten Wetters mit der Veranstaltung zufrieden: „Wir sind froh, dass trotz der Kälte so viele Leute an den Strand gekommen sind.“ 

Text: Mit freundlicher Genehmigung der Borkumer Zeitung.
Foto: DLRG Borkum