Unser Jugendprojekt Ruderrettungsboot REMSCHEID

Um unsere Pläne bezüglich "Ruderrettungsboot und Jugendarbeit" in die Wirklichkeit umzusetzen, sowie für den Unterhalt und die Betriebskosten der Remscheidin sind wir weiterhin auf Spenden angewiesen. Wir freuen uns über jeden Euro zu Gunsten dieses einmaligen Rettungsbootprojektes und der damit verbundenen Jugendarbeit.

Wir haben als eingetragener Verein einen aktuellen Freistellungsbescheid vom Finanzamt und sind daher berechtigt, Spendenquittungen auszustellen.

Kontakt:
DLRG Borkum e.V. - Deichstraße 72, - 26757 Borkum
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Verwendungszweck: „Remscheid“


Nachfolgend die teils Abenteuerliche Geschichte des Ruderrettungsbootes REMSCHEID

Happy end für einen Oldtimer !?

Das Ruderrettungsboot „Remscheid“ kann auf eine wechselhafte Geschichte, mit vielen Höhen und Tiefen zurückblicken.
Die frühe Vergangenheit, sowie der erste Standort und auch der ursprüngliche Name des DLRG Rettungsbootes liegen für uns derzeitig leider noch im Verborgenen. Aber ab dem Jahreswechsel 1953/54 beginnt der nachweisbare Borkumer Teil der Geschichte unseres Brandungs-Rettungsbootes.


Wie uns von Zeitzeugen berichtet wurde, kaufte die Kurverwaltung Borkum für den Einsatz im neu eingerichteten Jugendbad im Jahre 1954, ein gebrauchtes Ruderrettungsboot. Man entschied sich für ein Aluminiumboot mit sechs Schwimmkörpern. Eine gute Wahl! Im Jugendbad galt es einen breiten Brandungsgürtel  zu überwinden. Im Ernstfall durfte überkommendes Wasser durch die Wellen, das Boot und damit die ganze Rettungsaktion nicht gefährden.

Der Tourismus an der Nordsee und auf Borkum begann in den Nachkriegsjahren wieder regelrecht zu boomen. Die bewachten Badezonen des Nordbades, vor der Hotelfront und die des damals noch vor der Wilhelmshöhe gelegenen Südbades, platzten aus allen Nähten. Die Badestellen waren im Hochsommer häufig überfüllt und die  Sicherheit der vielen Menschen war so nicht mehr zu gewährleisten.

Um eine Entspannung der Badesituation herbeizuführen und um eventuelle Gefahrenpotentiale, wegen eines zu hohen Gästeaufkommens an den Stränden auszuschließen, wurde auf den ausgedehnten Strandflächen vor dem Restaurant Sturmeck, das Jugendbad als neuer bewachter Badestrand eingerichtet. Hierher war in den 1930er Jahren, wegen Sand und somit Mangel an Strandfläche vor der Wandelhalle, schon einmal das Nordbad gewesen. Auf unserer Insel gab es zu dieser Zeit viele Kinderheime, diese und Familien mit Kindern wollte die Kurverwaltung mit diesem neuen Angebot ansprechen. Das Konzept ging auf. Von Anfang an wurde das neue Bad angenommen. Besonders die o.g. Zielgruppen bevölkerten das großflächige  Areal im Schutz der Norddünen.

Hier beginnt also die Geschichte unseres Ruder-Rettungsbootes Remscheid. Die Namensgebung fand auf Borkum statt und wurde durch den ersten Bademeister des Jugendbades, Franz Byl, durchgeführt. In den folgenden Jahren deckte das stolze Boot tadellos seinen Dienst in seinem Einsatzgebiet ab. Es war wie geschaffen für die Aufgaben an dieser Brandungsreichen Badestelle. Während des Badebetriebs lag es häufig als Seeseitige Badefeldbegrenzung vor Anker. Mit zwei Rettungsschwimmern als Besatzung wurde von dieser Position aus das Badefeld in Richtung Strand bewacht. Die Sicherung von Land aus wurde genau wie heute noch, von den Badekutschen (sog. Kutsen) durchgeführt.

Die Jahre flogen nur so dahin. Im Laufe der Jahre kamen und gingen viele Rettungsschwimmer. Die Remscheid aber blieb als dauerhafter und beständiger Bestandteil der Badesicherung am Jugendbad. Von weitem zu sehen stand es Tag für Tag weiß leuchtend und stolz auf seinem grünen Bootstrailer in der Morgensonne und empfing die ankommenden Badegäste zu einem weiteren unbeschwerten Strandtag.


Mitte der 1970er Jahre zogen plötzlich dunkle Wolken für die Remscheid auf. Leuchtendes Orange und leicht zu pflegendes PVC waren „in“ und ein Motor musste unbedingt daher. Das Ruderrettungsboot wurde gegen ein modernes Motorboot ausgetauscht. Vorbei war die Zeit, in der ein Rettungsboot allein durch Muskelkraft gefahren wurde. Fort an war die Remscheid nur mehr Ersatz-Rettungsboot und wurde, mittlerweile auch mit einem Außenbordmotor ausgerüstet, am Nordbad eingesetzt. Dieser Umbau bewährte sich aber erst nach mehreren An- und Umbauten am Bootskörper.

Im Jahre 1981 wurde der langjährige Bademeister Piet Teerling in den Ruhestand versetzt. Er bekam das Rettungsboot von der Kurverwaltung als Abschiedsgeschenk und die Remscheid bekam ein neues Aufgabenfeld. Bademeister a.d. Teerling war leidenschaftlicher Angler und Makrelenfischer. Fortan fuhr er mit dem in Kugelblitz umgetauften Boot, an schönen und sonnigen Tagen zu fröhlichen Angelfahrten auf das weite Meer hinaus.

Jahrelang ging das so. Irgendwann übernahm Teerlings Sohn das ehemalige Rettungsboot. Es stand jetzt immer noch in leuchtendem weiß, auf einem Strandanhänger, gleich hinter der Surfschule. Immer parat und einsatzbereit für Ausflugsfahrten. In den Wintermonaten ging es gut verpackt ins Winterlager. Anfangs in die Gartenstraße, später in die Commandeurstrate. Irgendwann verließ das Boot dieses Lager nicht mehr und wuchs langsam in eine riesige Brombeerhecke ein. Es verschwand vergessen und hoffnungslos verloren von der Bildfläche, bis es im Jahre 2006 durch einen Zufall von Hansi Donat und Frank Held  wieder entdeckt wurde.

Von jetzt an gab es von vielen Seiten Bemühungen, das ehemalige Rettungsboot für die DLRG Borkum zurück zu bekommen. Eine Zukunft mit einer sinnvollen Nutzung für die Remscheid war das erklärte Ziel unserer Ortsgruppe. Doch viel sinnlose Zeit sollte noch verstreichen, bis unser Wunsch in Erfüllung ging. Wieder war es Zufall, Glück, oder das Schicksal, dass der DLRG und dem Rettungsboot zur Hilfe kam. Der Borkumer Museumsdirektor Dr. Helmer Zühlke war zur rechten Zeit an der richtigen Stelle. Er hatte das gewisse Quäntchen Glück auf seiner Seite und konnte den Schiffseigner von der Notwendigkeit überzeugen, das Boot in die Hände der DLRG zu geben.


Inzwischen war das Boot in Bremen bei der Firma Pro Well, im Wassersportzentrum Lesum und wurde hier auf Herz und Nieren überprüft. Das Fazit des erfahrenen Bootsbauers lautet: Der Bootskörper ist intakt, es müssen mehrere Blecharbeiten am Rumpf und im Innenteil an den Verstrebungen und an den Halterungen für die Holzteile durchgeführt werden. Das Boot benötigt neue Ruderbeschläge und ein neues Ruderblatt. Des Weiteren sind sämtliche Holzbauteile zerfallen und müssen neu angefertigt werden.


Träume und Ideen waren in den vergangenen Jahren bei uns hinreichend entwickelt worden und somit in Hülle und Fülle vorhanden. Diese wurden in einem Nutzungskonzept gebündelt, ein Finanzierungsplan entstand und eine Infomappe mit allen relevanten Daten rundete das Ganze ab. Für das mutige Projekt Ruderrettungsboot Remscheid wurde der DLRG Borkum von Anfang an viel Lob und Zustimmung entgegengebracht. Aber auch die finanzielle Hilfe ließ nicht lange auf sich warten. Fast alle Anträge wurden von den angesprochenen Borkumer und Ostfriesischen Institutionen und Sponsoren angenommen, positiv bewertet und mit entsprechenden Geldbeträgen honoriert.  Somit konnten Anfang 2012 die erforderlichen Arbeiten in Auftrag geben werden.

Die ersten Gewerke hatten ihre Arbeiten am Boot bereits im Frühjar 2012 abgeschlossen. Alle abgängigen Bau- und Anbauteile sowie die alten Lackschichten wurden restlos entfernt. Die Arbeiten am Bootskörper waren bis Mai 2012 weit fortgeschritten und der Bootsrumpf wurde für die neue Lackierung vorbereitet. Im Frühsommer 2012 wurde ein neuer 15 PS Honda Außenbordmotor geliefert. Alle Ein- und Anbauteile waren zügig hergestellt worden, aber ab jetzt kamen die Arbeiten ins Stocken. Personelle Engpässe in der kleinen Bootswerft brachten die Fertigstellung beinahe zum erliegen. Der Sommer 2012 ging jetzt in die letzte Runde. Die Remscheid wurde zur Schiffsmanufaktur Westphal, nach Bad Zwischenahn verbracht. Der ursprüngliche Terminplan war zwar Geschichte, aber hier konnte in einer kurzen Terminlücke an den Holzteilen gearbeitet werden. Während dieser ersten Zeit in Bad Zwischenahn konnten die erforderlichen Holzarbeiten vorbereitet werden. Wichtig war das Maßnehmen am Bootsrumpf.  Die Riemen und das Ruderblatt waren als erstes fertiggestellt. Alle anderen Werkstücke wurden vorgefertigt und angepasst, um sie nach Abschluss der Lackierungsarbeiten, in Bremen, im Boot zu verbauen. Aber durch die vorherigen Verspätungen in der Werft, war hiernach erst einmal Schluss. Andere, für diese Zeit angenommenen Terminarbeiten, hatten vorrang!

Also, Boot nach Bremen. Langsam und zäh wurde an der Remscheid weiter gearbeitet. Der Lack wurde aufgebracht und der Honda Motor eingearbeitet. Hiernach ging es wieder nach Zwischenahn, um die Holzarbeiten fertig zu stellen. Inzwischen ist es Anfang 2013. Zum Glück lief hier alles glatt und nach dem "neuen Zeitplan". Alle Holzteile, incl. Sonderwünsche wurden rechtzeitig verbaut. Wieder nach Bremen, zum Finish und zur Endlackierung - und die dauerte und dauerte. Dem neuen Zeitplan für die Übergabe, folgte ein neuer und noch ein neuer. Ende April 2013 eine Ansage unsererseits: Am 29. April wird die REMSCHEID abgeholt und von uns am 1. Mai nach Borkum überführt.

Wir standen also am 29. April in Bremen auf der Matte, am Boot wurden noch die letzten Kleinigkeiten getüddelt. Der Lack war noch nicht überall abgetrocknet. Boot mitgenommen und ab nach Leer. Hier wollten wir mit der DLRG Leer die Remscheid in der Ems slippen. Gesagt getan, alles leif bestens, Auto, Bootstrailer, Wetter für die nächsten Tage, Tiede auf der Ems und die Kammeraden waren wie versprochen am verabredeten Treffpunkt. Wir waren richtig euphorisch. Doch nach ein paar Minuten auf der Ems kam der Schock. Wasser im Boot! Der eingebaute Außenbordmotor pumpt das Kühlwasser in die Remscheid. Alles wieder raus. Zum Glück hatten die Leeraner Kammeraden ihr Motorboot mit im Wasser. Alle Überführungstermine gekänzelt, das wars. Völlig unspektakulär und mit hängenden Köpfen fuhren wir am nächsten Tag mit der Fähre nach Borkum.

Hier wurde, nachdem der erste Schock überwunden war, erst einmal eine eingehende Bestandsaufnahme sämtlicher Fehler und Mängel durchgeführt. In ihrem Sommerurlaub beseitigten Jan und Heiko Erdwiens dann alle Fehlerquellen und Mängel am Bootsrumpf. Der Motor musste wegen der Garantie Ansprüche von einem Honda-Händler auf dem Festland repariert werden. Der Werft wurde eine Mängelliste mit Fotos zugeschickt. Die Reparatur des Motors übernahm die Haftpflichtversicherung der Firma und über den Rest gab es einen Finanziellen Ausgleich. Inzwischen war es Ende August, Anfang September. Nach einigen Probefahrten im Borkumer Hafen und im Watt waren wir äußerst zufrieden mit den Ergebnissen der erneuten Umbauten. Für Aktionen mit unseren Jugendlichen war es aber leider zu Spät, der Sommer neigte sich dem Ende zu und die Borkumer Herbstferien standen vor der Tür. Also Boot wieder aus dem Wasser und im nächsten Frühjahr starten wir dann durch. 

Aber! Das Boot ist aus dem Wasser und der Hochdruckreiniger kommt zum Ensatz... Die Farbe hält nicht!!! Wie ein Spachtel schält der Wasserstrahl den Lack bis auf die Grundierung vom Bootskörper. Alles was lose ist muss runter.

Wie die Never ending Story weiter geht erzählen wir demnächst hier weiter. So viel sei verraten: Wir haben den ganzen Sommer über in unserer Freizeit, die Lackierung der Remscheid komplett saniert und inzwischen ist alles OK. 2015 gehts dann mit zwei jähriger Verspätung ins Wasser.

Rudi & Hansi