Kampf gegen die Gezeiten

Kampf gegen die Gezeiten

Am Samstag, dem 29. Juli war es wieder so weit, wir riefen alle mutigen Borkumer und Gäste auf, den Gezeitenkampf 2017 zu wagen und das Duell mit dem auflaufenden Wasser aufzunehmen. Und die kamen dann auch in Scharen! Weit über 200 Buddelbegeisterte meldeten sich bis 13 Uhr bei unserem Aufnahmeteam und wurden in vier Mannschaften eingeteilt. Die Tiede war günstig, um 16:16 Uhr war Hochwasser und der schöne neu aufgespülte Strand vor unserem Vereinshaus war perfekt für dieses Buddelevent. Sand ohne Ende!

So wuchsen denn auch nach der Begrüßung und dem Briefing, die Sandschiffe in Windeseile zu stattlichen Ozeanriesen heran. Eile war geboten, es wehte ein kräftiger Wind aus West und das Wasser kam schnell näher. Kurze Mannschaftsprobe und weiter ging es mit der Schaufelei. Alle vier Teams waren gut vorbereitet und hatten ihre Teams optimal verteilt. So waren einige vor den Schiffen, mit dem Errichten eines Schutzdamms beschäftigt. Andere schaufelten und transportierten Sand zum Schiffsrumpf, mit Flaggenmast. Dieser musste besonders kräftig werden, denn er sollte den heranrollenden Wellen möglichst lange stand halten.

Nach und nach brachen die Schutzdeiche vor den Schiffen, jetzt ging es den vier, inzwischen zu mächtigen Bollwerken herangewachsenen Schiffsbugs an den Kragen. Jede Welle holte sich ein Stück des sorgsam geformten Sandbergs. Aber noch durften Reparaturarbeiten ausgeführt werden. Die besonders Mutigen legten sich als Wellenbrecher, vor die Schiffe. Eine Taktik, die sich in dem Vorjahren bereits bestens bewährt hat. Außerdem macht es riesigen Spaß, von den heranrollenden Wellen umspült zu werden.

Apropos umspült, auch die Schiffe waren inzwischen vom Wasser umgeben, von den Schutzdeichen war fast nichts mehr übrig geblieben. Hier hatten die gefräßigen Wellen bereits ganze Arbeit geleistet. Jedoch bei den vier Booten und ihrem starken Sandbug, sah das ganz anders aus. Sie standen fest inmitten der tosenden Wogen und hielten wie der sprichwörtliche "Fels in der Brandung" dem Ansturm der Wellen stand.

 Hieran änderten auch die zusätzlichen Wellen, die vom inzwischen herangefahrenen Rettungskreuzer "Alfried Krupp" erzeugt wurden, nichts. Sie spielten der Nordsee zwar in die Karten, konnten den vier Bollwerken aber letztendlich nichts anhaben. In den Jahren zuvor waren diese Wellen der "Alfried Krupp", gerade bei windstillen Kämpen gegen die Gezeiten oft entscheidend und wichtig, um eine Gewinnermannschaft zu ermitteln.

Somit ist der Besuch des Rettungskreuzers über die Jahre eine schöne Tradition geworden. Die "Krupp" zeigte auch dieses Mal in einer kleinen Übung seine Einsatzfähigkeit in der brodelnden Nordsee. Eine Demonstration der beiden großen Feuerlöschmonitore durfte hierbei selbstverständlich nicht fehlen. Für uns Zuschauer am Strand eine beeindruckender Beweis der Einsatzkraft, des auf Borkum stationierten Rettungskreuzers. Gleichzeitig ein Vorgeschmack und Werbung für den am nächsten Tag statt findenden "Tag der Seenotretter" im Borkumer Hafen.    

Nachdem die zusätzlichen Wellen der "Alfried Krupp" unseren vier Sandschiffen auch nicht wirklich etwas anhaben konnten und um letztendlich eine Gewinnermannschaft zu ermitteln, gab unser Schiedsrichter das Signal: "Alle Mann/Frau/Kind von Bord. Die Reparaturarbeiten an den Schiffen mussten eingestellt werden. Die inzwischen stark ramponierten Sandwracks, wurden für die letzte halbe Stunde, bis zum Hochwasser, ihrem Schicksal überlassen.

Da standen sie nun, die fleißigen Buddelmannschaften und schauten auf ihre Schiffe. Welle um Welle nahm sich etwas Sand und verschlang es im Meer. Aber um 16:16 Uhr, Hochwasser, standen immer noch alle Masten und Sand war auch noch jede Menge drum herum. Der Höchststand war erreicht und das Meer zog sich langsam zurück. Somit gab es in diesem Jahr vier Gewinner-Mannschaften.

Der eine oder andere haderte zwar mit diesem Ergebnis, da er doch gerne zur Gewinnermannschaft gehört hätte. Aber auch die Diskussionen um das vielleicht schönste Schiffswrack änderten letztendlich nichts daran, dass alle vier Masten stehen geblieben waren und es nun Mal nur Gewinner gab.

Ob das Wasser an diesem Tag besonders schnell ablief, weil die Nordsee beleidigt war, dass es in diesem Jahr einmal nicht gewonnen hatte, ist uns nicht überliefert. Die Reste der vier Sandschiffe werden jedoch noch einige Tage zusehen sein. Ein großes Lob an die vier Buddelmannschaften.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen, wenn es voraussichtlich am 4. August 2018 wieder heißt:"Kampf gegen die Gezeiten", vor dem DLRG Vereinshaus Middelhüsche. = Mal sehen, wer dann gewinnt ;-) =

Rudi :-)